EU-Spielzeugrichtlinie muss nachgebessert werden

08.12.2009 | Berlin
Anlässlich der Kritik des Bundesinstitutes für Risikobewertung an den zu hohen Grenzwerten für krebserregende Stoffe in Kinderspielzeugen erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Peter Bleser MdB und die zuständige Berichterstatterin, Lucia Puttrich MdB:

Bei der Sicherheit von Kinderspielzeug darf es keine Kompromisse geben. Umso alarmierender ist die Warnung des Bundesinstitutes für Risikobewertung, dass nach wie vor zu hohe Grenzwerte für krebserregende Stoffe in Spielzeugen erlaubt sind und so Kinder immer wieder mit giftigen Produkten in Kontakt kommen. Die Tatsache, dass Autoreifen teilweise strengeren Richtlinien unterliegen als Gummienten, macht deutlich, dass die der im vergangenen Jahr auf europäischer Ebene verabschiedete EU-Spielzeugrichtlinie nachgebessert werden muss.

Die vom Bundesamt für Risikobewertung veröffentlichte Stellungnahme bestätigt unsere Sorge. Zu bedenken ist hier vor allem, dass Kinder auf Chemikalien wesentlich empfindlicher reagieren als Erwachsene. Gerade in Spielsachen aus weichem Kunststoff findet sich oft ein giftiger Cocktail aus Weichmachern. Hinzu kommt, dass Kleinkinder unter drei Jahren oft Spielzeug in den Mund nehmen. Vor diesem Hintergrund müssen die Grenzwerte nach Lebensmittelkontaktgesichtspunkten festgelegt werden.

Für den Weihnachtseinkauf empfehlen wir Eltern und Großeltern, beim Einkauf von Spielsachen unbedingt auf bewährte Gütesiegel wie das GS-Zeichen zu achten, das für geprüfte Sicherheit steht. Nur so können sie sicher gehen, dass sie keine mit hohen Schadstoffen belasteten oder technisch gefährlichen Spielzeuge in den Händen halten. Das GS-Zeichen bietet eine wichtige Orientierungshilfe und sollte auch auf europäischer Ebene als Vorbild für ein freiwilliges Sicherheitszeichen dienen. Auf Drängen der Union wurde diese Forderung auch in den Koalitionsvertrag aufgenommen.

Wir unterstützen das von Bundesverbraucherschutzministerin Aigner geforderte Importverbot für Spielzeug mit giftigen Mitteln, falls es nicht gelingen sollte, die Grenzwerte für Spielzeug in der EU auch für außereuropäische Produzenten nach oben zu korrigieren. Ebenso müssen die Kontrollen weiter ausgebaut und die Hersteller stärker in die Haftung genommen werden. Wer giftiges Spielzeug in den Verkehr bringt, begeht kein Kavaliersdelikt, sondern spielt mit der Gesundheit unserer Kinder. Krebserregende, allergieauslösende oder erbgutschädigende Stoffe haben nichts in Kinderspielzeug, nichts in Produkten zu suchen, mit denen Menschen in Berührung kommen.

Quelle: Pressemeldung CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

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