Neues im Kinder- und Jugend-Programm

05.11.2009 | Schwäbisch Gmünd
Die Gmünder ErsatzKasse GEK integriert die Rotaviren-Impfung in ihr Kinder- und Jugend-Programm. Für Schleswig-Holstein wurde jetzt eine entsprechende Ergänzungsklausel mit dem Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) vereinbart.

Der GEK Geschäftsführer in Schleswig-Holstein, Oliver Hinberg, erklärt: "Die Impfung kann nun unbürokratisch über die Krankenversicherungskarte erfolgen, Beratung und Durchführung liegen in den qualifizierten Händen von Kinderärzten."

BVKJ-Landesvorsitzender Dehtleff Banthien ergänzt: "Die Impfung erspart teure Krankenhausaufenthalte und verhindert unnötiges Leiden."

Seit April 2009 ist die Rotaviren-Impfung Zusatzleistung der Gmünder ErsatzKasse. Die Aufnahme in das GEK Kinder- und Jugend-Programm Schleswig-Holstein bezeichnet Oliver Hinberg, GEK Geschäftsführer in Schleswig-Holstein, als "logische Folge und nächste Ausbaustufe. Impfungen bei Kindern haben ein sehr gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis. Die GEK setzt daher weiter auf umfassenden und möglichst frühzeitigen Impfschutz."

Dehtleff Banthien, Kinderarzt und Landesvorsitzender des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte Schleswig-Holstein (BVKJ), begrüßt die systematische Rotavirus-Schluckimpfung im Rahmen eines präventiven Kinder- und Jugend-Programms und verdeutlicht den Nutzen: "Etwa zwei Drittel der stationär versorgten Magen-Darm-Infektionen bei Kindern unter fünf Jahren gehen auf Rotaviren zurück. Das sind bundesweit rund 30.000 Fälle pro Jahr. Damit zählt die durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Infektion zu den häufigsten Behandlungsanlässen in Kinderkliniken."

Schwerpunkt des Kinder- und Jugend-Programms der GEK ist eine verstärkte Prävention durch zusätzliche Impfleistungen und Vorsorgeuntersuchungen. GEK und BVKJ wollen gemeinsam Versorgungslücken schließen, die sich aus einer "neuen Morbidität" ergeben. Seit den 80er Jahren hat sich das Krankheitsspektrum von Kindern und Jugendlichen stark verändert: Neue Viren, Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen, Übergewichtigkeit, Essstörungen, Ängste oder Leistungs- und Entwicklungsstörungen - Behandlungspraxis und Versorgungsangebote müssen sich neu formieren. Laut Hinberg ist die Fortführung als BARMER GEK Programm nach der Fusion im nächsten Jahr "gut vorstellbar".

Am neuen Krankheitsspektrum zeigt sich auch die soziale Dimension von Gesundheit. Professor Eva Bitzer von der Medizinischen Hochschule Hannover, Herausgeberin des in der wissenschaftlichen Reihe der GEK erschienenen Buches "Kindergesundheit stärken", unterstreicht: "Soziale Benachteiligung ist der zentrale Einflussfaktor für Kindergesundheit und gesundheitliches Risikoverhalten. Präventionsprogramme müssen besser auf sozial benachteiligte Kinder und deren Eltern zugeschnitten werden."

Entsprechend kritisch betrachtet GEK Geschäftsführer Hinberg die von Schwarz-Gelb geplanten "Mehrkostenregelungen" und die "einkommensunabhängigen Arbeitnehmerbeiträge". Hinberg: "Diese Pläne führen die Gesundheitsversorgung in eine soziale Schieflage. Wer das Krankheitsrisiko privatisiert, beeinträchtigt die Gesundheitschancen speziell von Kindern."

Das Buch "Kindergesundheit stärken. Vorschläge zur Optimierung von Prävention und Versorgung" ist in der wissenschaftlichen Reihe der GEK erschienen. Herausgeber: Bitzer, Walter, Lingner Schwartz. Heidelberg 2009, 343 S.

Quelle: Pressemeldung Gmünder ErsatzKasse GEK

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