Zähne oft stiefmütterlich behandelt

20.09.2010 | Hannover
Unsere Zähne zerkleinern selbst härteste Nüsse und Brotrinden, Schokolade oder auch rohes Obst. "Wer sie richtig pflegt, kann ihre Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter erhalten", sagt Marc Lelewel, Leiter des KKH-Allianz Servicezentrums in Singen anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25. September. "Doch leider werden Zähne im Alltagsstress oft stiefmütterlich behandelt." Fast jeder Erwachsene hat Karies.

Neben ungesunder Ernährung ist mangelhafte Zahnpflege die Hauptursache dafür. "Dabei kann jeder, der ein paar einfache Regeln beachtet, zum Zahnputz-Profi werden", versichert Marc Lelewel: "Besser seltener und gründlich als häufiger und oberflächlich" Eine bekannte Zahnputzregel lautet "dreimal täglich". Doch nutzt es wenig, wenn jemand zwar dreimal am Tag zur Zahnbürste greift, sie aber falsch und oberflächlich einsetzt. Daher gilt: Besser nur zweimal am Tag die Zähne gründlich reinigen als dreimal schlecht.

Dabei ist der größte Fehler, zu kurz zu putzen. Machen Sie die Probe aufs Exempel und schauen beim nächsten Zähneputzen auf die Uhr. Gefühlte zwei Minuten sind noch lange keine echten zwei Minuten. Die aber sollten es mindestens sein, um Beläge gründlich zu entfernen. Bei elektrischen Zahnbürsten hilft ein Timer, diesen Zeitrahmen einzuhalten.

"Zahnpasta eine Chance geben" Wer sich nicht ausreichend Zeit zum Zähneputzen nimmt, riskiert, dass die Zahnpasta ihre Wirkungskraft nicht entfaltet. Sie enthält Inhaltsstoffe wie beispielsweise die vor Karies schützenden Fluoride, die allerdings eine Einwirkzeit von zwei Minuten benötigen.

"Die beste Zahnbürste ist die, die man benutzt" Weich oder mittel, Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste? Auch wenn es eine Reihe von Studien über die ideale Zahnbürste gibt: Welche für den Einzelnen die richtige ist, hängt von individuellen Faktoren ab, wie Größe der Zähne, Neigung zu Zahnbelägen und Empfindlichkeit des Zahnfleisches. Hilfreich ist, seinen Zahnarzt um Rat zu fragen.

Grundsätzlich gilt: Bei der richtigen Putztechnik erreicht man mit einer Handzahnbürste dieselben Erfolge wie mit einer elektrischen. Jedoch sind elektrische oder auch schallaktive Zahnbürsten weniger anspruchsvoll in der Anwendung. Sie müssen lediglich ohne viel Druck am Zahnfleischsaum entlang geführt werden; die rotierende Bewegung des Bürstenkopfes bzw. hochfrequente Schwingungen sorgen für ein gutes Putzergebnis. Weiter wichtig: Zahn- bzw. Aufsteckbürsten sollten alle zehn bis zwölf Wochen ausgewechselt werden.

"Gründlich Putzen mit System" Jeder sollte sich einen Zahnputz-Plan machen, damit kein Bereich vergessen wird - zum Beispiel mit den Kauflächen beginnen, dann die Innen- und schließlich die Außenflächen reinigen. Während die Kauflächen ordentlich geschrubbt werden können, sollten die Zahnflächen wie folgt geputzt werden: Zahnbürste etwas schräg mit den Borstenenden am Zahnfleischsaum ansetzen und leicht rütteln, dann vom Zahnfleisch weg nach oben bzw. unten ziehen - keinesfalls mit horizontalen Bürstenbewegungen reinigen. Weiter wichtig: Wer seine Zähne mit zu viel Druck putzt, kann Zahnoberflächen und Zahnfleisch schädigen.

"Zahnzwischenräume nicht vergessen" Die Zahnbürste allein reicht nicht aus, um schädlichen Belägen gründlich zu Leibe zu rücken. Wer seine Zähne engagiert putzt, greift ergänzend einmal täglich zu Zahnseide oder so genannten Interdentalbürsten für die Zahnzwischenräume

Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz

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